02/03/2026 BE KIND

Manchmal sind es ja diese einen kurzen Verse, die einen nicht mehr loslassen. So ging es mir in den letzten Tagen mit Epheser 4,32 der auch das Motto unserer Anti-Mobbing Woche war:

Gestalteter Bibelvers zu unserer Anti-Mobbing Woche von unseren Grundschülern

„Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“

Eigentlich klingt das so einfach, oder?
Freundlich sein. Herzlich sein. Vergeben.

Und trotzdem merken wir im Alltag ziemlich schnell: Ganz so leicht ist es nicht.
Gerade im Miteinander – in unserer Umgebung, Freundschaften, Gemeinde, Jugend – da reiben wir uns. Da werden Worte falsch verstanden. Erwartungen enttäuscht. Da verletzt man sich, manchmal ohne es zu wollen. Und manchmal leider auch mit voller Absicht.
Und genau da spricht dieser Vers hinein.

Freundlich und herzlich

Freundlichkeit klingt so klein. So nett. So harmlos. Aber ich glaube, echte Freundlichkeit hat richtig Kraft. Freundlichkeit ist mehr als nett sein.

Freundlichkeit bedeutet nicht, Konflikte zu vermeiden. Nicht, immer zu lächeln, obwohl es innerlich brodelt. Nicht, alles durchgehen zu lassen. Freundlichkeit ist eine Haltung des Herzens.
Es ist die Entscheidung, dem anderen wohlwollend zu begegnen. Nicht vom Negativen auszugehen. Nicht direkt zu unterstellen. Sondern erst einmal Raum zu lassen.

Ganz praktisch im Alltag zeigt sich Freundlichkeit oft in den Kleinen Momenten: Wie ich antworte, wenn mich jemand stresst. Wie ich über jemanden rede, der gerade nicht im Raum ist. Ob ich genervt reagiere – oder bewusst ruhig bleibe. Ob ich jemanden übersehe – oder ihn wirklich wahrnehme.

Freundlichkeit kann heißen: eine ermutigende Nachricht zu schreiben, ehrlich zu loben, zuzuhören, ohne sofort einen Ratschlag zu geben, nicht sarkastisch zu werden, obwohl man es könnte, jemandem einen Fehler nicht unter die Nase zu reiben
Und ganz ehrlich? Manchmal kostet genau das Überwindung.

Freundlichkeit ist Stärke unter Kontrolle.

  • Sie baut Brücken, wo sonst Mauern entstehen würden.
  • Sie entschärft Situationen, bevor sie eskalieren.
  • Sie spiegelt etwas von Gottes Wesen wider.

Vergeben – so wie Gott euch vergeben hat

Und dann kommt dieser zweite Teil. Und der hat es in sich.
„… wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“
Nicht ein bisschen vergeben. Nicht widerwillig vergeben. Nicht „Ich merke es mir aber trotzdem und hole es beim nächsten Konflikt wieder raus“. Sondern so anderen zu vergeben, wie Gott mir vergeben hat.
Wenn ich ehrlich bin, lebe ich jeden Tag davon, dass Gott gnädig mit mir ist. Dass er nicht nachtragend ist. Dass er meine Fehler nicht sammelt, um sie mir später vorzuhalten. Er vergibt mir aus Liebe.
Und genau diese Liebe soll durch mich weiterfließen.
Nicht, weil ich so stark bin. Nicht, weil ich immer alles im Griff habe. Sondern weil ich selbst Beschenkte bin.

Vielleicht heute ganz praktisch …

Vielleicht ist da gerade jemand, auf den du innerlich noch sauer bist. Vielleicht gibt es ein Gespräch, das längst dran wäre. Vielleicht braucht es einfach einen ersten Schritt – eine Nachricht, ein ehrliches „Es tut mir leid“, oder ein bewusstes Loslassen.

Epheser 4,32 ist keine romantische Deko für schöne Tage. Es ist eine Einladung zu einem Lebensstil. Zu einem Miteinander, das anders ist. Wärmer. Gnädiger. Echter.

Und ich wünsche mir – für mich und für uns – dass wir genau so unterwegs sind:
Freundlich. Herzlich. Vergebungsbereit.

Gestalteter Bibelvers zu unserer Anti-Mobbing Woche von unseren Grundschülern
Fotos: